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TPO-AK

 

Normalwerte

negativ: < 35 U/ml (keine erhöhten Antikörper)

positiv: > 35 U/ml (erhöhte Antikörper)

 


Die Normalwerte sind je nach Labor und Nachweismethode unterschiedlich. Die Aussagekraft der gemessenen Antikörper muss deshalb immer in Beziehung zu den jeweiligen Normalwerten des einzelnen Labors gesetzt werden.

 

Bei gesunden Menschen liegen die TPO-Antikörper unterhalb von 100 U/ml, sind also negativ. Deutlich positive TPO-Antikörper höher als 200 U/ml sind ein Hinweis für eine Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto).

 

Erhöhte TPO-Antikörper werden bei der autoimmunen Schilddrüsenentzündung bei 90 % der Erkrankten gefunden. TPO-Antikörper entsprechen den früher gemessenen MAK Antikörpern. Sie können auch bei Menschen mit einer autoimmunen Schilddrüsenüberfunktion dem Morbus Basedow messbar sein. In einigen Fällen können auch bei Gesunden und insbesondere im höheren Lebensalter TPO-Antikörper in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden.

 

Für den Verlauf der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung hat die Höhe der TPO-Antikörper im Blut keine gesicherte Bedeutung. Die Höhe der TPO-Antikörper lässt zur Zeit keine Aussage über den Schweregrad der Erkrankung zu.
Schwangere übertragen TPO-Antikörper über den Mutterkuchen auf das Kind. 10% der Neugeborenen zeigen erhöhte TPO-Antikörper. Dabei handelt es sich um mütterliche Antikörper, die auf das Kind übertragen wurden. Sie sind für das Baby unproblematisch und werden im Lauf des ersten Lebensjahres abgebaut.

 

Nach einer normalen Schwangerschaft treten bei 10 % der Frauen erhöhte TPO-AK auf. In diesen Fällen sollte besonders auf eine sich entwickelnde oder bereits bestehende autoimmune Schilddrüsenkrankheit (Post-Partum-Thyreoiditis) geachtet werden. Die nach der Entbindung auftretende Schilddrüsenentzündung kann sich nach einer anfänglichen Phase der Überfunktion durch nachfolgende Unterfunktionssymptome bemerkbar machen. Diese Unterfunktion kann langfristig bestehen bleiben (5 %) und muss dann hormonell behandelt werden. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu einem folgenlosen Ausheilen.

 

Medizinischer Hintergrund

 

TPO-Antikörper sind Antikörper gegen ein bestimmtes Enzym der Schilddrüse. Enzyme sind für die Beschleunigung chemischer Umbauprozesse oder Abbauprozesse zuständig. Das betreffende Enzym ist die Schilddrüsenperoxidase. Die Schilddrüsenperoxidase sitzt auf der innere Zellmembran der Schilddrüsenzellen und hilft bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen.

 

Leicht erhöhte TPO-Antikörper allein beweisen nicht das Vorliegen einer Immunkrankheit. Auch bei anderen Schilddrüsenkrankheiten können gelegentlich leicht erhöhte TPO-Spiegel vorliegen. Für die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis reicht also ein gering erhöhter TPO-Wert allein nicht aus. Es müssen außerdem die Symptome, das Ultraschallergebnis, der Krankheitsverlauf und gegebenenfalls das feingewebliche Untersuchungsergebnis berücksichtigt werden.

 

Es gibt auch Menschen mit nachgewiesener Hashimoto Thyreoiditis ohne den Nachweis von TPO-Antikörpern.

 


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